Knallharter Konkurrenzkampf auf dem Social-Media–Markt

März 3rd, 2010

Rauer Wind weht auf dem Social-Media-Plattform (SMP)-Markt

Diesmal hat es die britische Plattform Bebo erwischt: Die Mitarbeiterzahl wird drastisch gekürzt und Pläne rund um das Web-TV-Angebot liegen auf Eis. Einschnitte soll es sowohl beim britischen Büro als auch in den USA und Australien geben. Die Kürzungen erfolgen im Zuge von Einsparungsmaßnahmen des Mutterkonzerns AOL. In Großbritannien beschäftigt Bebo derzeit rund 20 Mitarbeiter. Die Zahl soll auf ein Minimum reduziert werden. Bestehende Web-TV-Angebot sollen noch bis Ende 2009 aufrecht erhalten bleiben.

Masse ging vor Qualität

Markus Hübner, Geschäftsführer von Brandflow, erklärt die grundlegenden Probleme vieler Social-Media-Unternehmen. O-Ton Hübner: “ein mangelhaftes Business- bzw. Earning-Modell macht über die Zeit auch vor einer an sich boomenden Branche nicht Halt. In der Vergangenheit wurde von vielen Plattformen viel zu sehr Wert auf die Mitgliedergewinnung gelegt, als auf die Entwicklung eines funktionierenden Geschäftsmodells“.

Bebo, eine Tochter von AOL, soll wieder gewinnbringend arbeiten, indem das Geschäft neu ausgerichtet werden soll. Es wird Stellenabbau geben und auch beim Web-TV-Angebot werde zurückgerudert.

Als ein weiteres Phänomen sieht Hübner die sich abzeichnende Konsolidierung im Social-Media-Bereich, welches gut am Beispiel MySpace zu sehen sei. “Vor allem MySpace-User wandern verstärkt ab und Facebook kristallisiert sich zunehmend als das zentrale Social Network heraus”, so Hübner.

Der Branchenkenner sieht auch generelle Erfolgsrisiken. Dazu zählen unter anderem die Themen Privatsphäre und Datenschutz sowie das Problem der “sozialen Publishing Mania” – Leute, die sich mit aller Macht ins digitale Rampenlicht stellen und dafür alles tun würden.

Auch dem Identitätsdiebstahl ist Bedeutung zu schenken. Hier liege noch vieles im Grauzonenbereich, denn derzeit sei es noch kinderleicht ein Nutzerprofil zu fälschen und unter dessen Namen aufzutreten. Die flächendeckende Einführung einer digitalen Signatur sei dringend erforderlich.

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