Totale Offenheit der Kommunikation wird zum Problem

März 13th, 2010

Moderne Business-Lösungen bilden hierarchisches Firmendenken ab

Es gibt Verunsicherung in der Geschäftswelt. Während Mitarbeiter zunehmend auch am Arbeitsplatz Facebook, Twitter, Xing und Co nutzen, ruft die Kommunikationsrevolution in der Businesswelt immer noch Stirnrunzeln hervor. So ist Business-Verantwortlichen die mangelnde Sicherheit ebenso ein Dorn im Auge wie die transparent und offen gestaltete Kommunikation, die nicht so recht zu straffen Business-Hierarchien passen will.

In den Führungsetagen ist man skeptisch. Es herrschen gewisse Ängste, dass durch die transparente Kommunikation hierarchische Wege verkürzt werden und flache Gemeinschaften entstehen. Es sind aber nicht die bewusst flachen Strukturen – Stichwort Bottom-up statt Top-down – wie René Stocker, CEO des Lösungsanbieters Enterprise Know How zu berichten weiss, denn  ”erstens kann man diese Hierarchien heute schon gut in entsprechenden Plattform-Lösungen abbilden und etwa geschlossene Communities für die Führungsetage integrieren, sodass auch diese vom Social Networking profitiert. Zweitens werden die bestehenden Entscheidungsstrukturen durch die veränderten Arbeitsprozesse auch nicht automatisch untergraben”, glaubt Stocker.

Zunehmend gewinnen die  neuen Web-2.0-Kommunikationsformen auch im Geschäftsalltag an Bedeutung. Das zeigt etwa das große Interesse, das derzeit Google Wave von Unternehmerseite entgegengebracht wird und sogar traditionelle Hersteller wie SAP zu gemeinsamen Testprojekten animiert. Und auch bei Veranstaltungen wie dem kürzlich in Frankfurt abgehaltenen Enterprise 2.0 Summit geht es nicht um die Frage “ob”, sondern “wie” man die neuen Möglichkeiten optimal einsetzen kann.

“Unternehmen beginnen zu verstehen, dass das Web 2.0 nicht nur eine private Kommunikationsverbesserung darstellt, sondern auch in der Geschäftswelt genutzt werden kann, um sich über fachliche Interessen auszutauschen, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten oder ein offenes Brainstorming durchzuführen”, meint Stocker.

Eigene Server sorgen für sichere Kommunikation

Während Google noch überlegt, Unternehmen bei Google Wave zukünftig den Einsatz von eigenen Servern zu erlauben, ist diese Option bei modernen Enterprise-2.0-Lösungen bereits verfügbar. “Sobald Unternehmen diese physische Sicherheit haben, dass ihre interne Firmenkommunikation nicht auf öffentliche Server verlagert wird, wird auch die Akzeptanz für die modernen Kommunikationsmethoden steigen”, sagt Stocker.

Auf diese Weise  können sich Unternehmen Schritt für Schritt mit dem Enterprise-2.0-Zeitalter vertraut zu machen. Zuerst könne man die neuen Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens und mit ausgewählten Projektpartnern üben. In weiterer Folge biete der Einsatz derartiger Technologien aber selbstverständlich interessante Einsatzfelder in der Kundenkommunikation. “Davon können Unternehmen jeder Größe profitieren, zumal sich zugriffssichere Portallösungen auch im Cloud Computing Modus gut auf die jeweiligen Bedürfnisse zuschneiden lassen”, meint der Enterprise-2.0-Experte.

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One Response to “Totale Offenheit der Kommunikation wird zum Problem”

  1. MichKa on März 13, 2010 13:45

    Ein interessanter Beitrag. Ich stehe allerdings auf dem Standpunkt, dass nicht die Technologie zwangsläufig in bestehende Strukturen gepresst werden muss. Statt dessen ist doch die Frage viel spannender, welche Strukturen die neue Technologie hervor bringt.
    Eventuell werden Hierachie- und Entscheidungsebenen überflüssig. Je effektiver Entscheidungen getroffen werden, desto schneller kommt man seinen Zielen näher.

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