(Un)Wort des Jahres: „Entfreunden“

März 5th, 2010

Oxford English Dictionary kürt “unfriend” als Sieger 2009

Was macht man mit dem Freund, der nicht mehr Freund sein soll? Die Antwort: Er wird entfreundet. Diese Wortschöpfung ist laut New Oxford English Dictonary (OED) zum englischen Wort des Jahres 2009 gewählt. Definiert wurde “unfriend” (“entfreunden”) als Verb, das so viel bedeutet wie “jemanden aus seiner persönlichen Freundeslisten in einem Social Network wie Facebook zu entfernen”. Zu gut Deutsch, er wird „gestrichen“.

Doch nicht nur das Gewinnerwort entstammt in diesem Jahr dem Umfeld von sozialen Netzwerken und Internetbegriffen. Der Trend  tendierte zu technik- und webbezogenen Begriffen.

Auch in Deutschland macht er sich bei der Wahl zum deutschen Wort des Jahres bemerkbar. “Unsere Jury wählte dieses am 18. Dezember aus einer Datensammlung, die über das ganze Jahr hinweg erfolgt. Hier standen auch viele Begriffe aus dem Umfeld neuer Medien zur Auswahl”, wird  Nicola Frank, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Gesellschaft für deutsche Sprache, zitiert.

Natürlich seien aber auch andere Bereiche vertreten, nicht zuletzt das Thema Schweinegrippe. “Bei der Wahl zum Wort des Jahres kommen generell nicht nur ursprünglich deutsche Begriffe infrage. Es gibt durchaus auch zahlreiche Anglizismen, die im Rennen sind”, erklärt Frank. 2008 sei etwa auch der Obama-Slogan “Yes, we can” in die engere Auswahl gekommen.

Aktualität und Langlebigkeit

Zurück zum Entfreunden. Das Wort “unfriend” habe sowohl Aktualität als auch das Potenzial zur Langlebigkeit, so Christine Lindberg, Chef-Lexikographin für OEDs US-Wörterbuch, in einem Statement. Andere Begriffe, die vom britischen Wörterbuchherausgeber Oxford University Press als Finalisten herangezogen wurden, entstammten vorwiegen den Bereichen Technologie-Trends, Wirtschaft und politische Angelegenheiten.

Im Tech-Bereich fand der Twitter-Begriff “Hashtag” einige Aufmerksamkeit. Hashtag beschreibt das Rautenzeichen plus Wort oder Phrase – von Twitter-Usern zur Suche, aber mittlerweile auch zum pointierten Kommentieren der Beiträge eingesetzt. Nominiert wurde auch der Begriff “Sexting” – gemeint ist das Versenden von SMS mit expliziten Sex-Inhalten.

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